Strände auf Mallorca
Wer zum Baden nach Mallorca fliegt, kommt sicher auf seine Kosten. Man darf zwar keine Traumstrände erwarten, wie man sie vielleicht von Fuerteventura oder palmenumsäumten Stränden auf südlicheren Inseln gewöhnt ist, dafür bietet Mallorca viel Abwechslung und unterschiedlichste Strandtypen. Weitläufige Dünen und Naturstrände findet man genauso wie lauschige kleine Strandbuchten, die von Felsen umsäumt, inmitten von Wäldern liegen oder innerhalb der Orte direkt neben dem Hafen die Strandpromenade säumen.
Ebenso unterschiedlich ist der Betrieb, den man vorfinden kann. Wenn jeder an die von Reiseführern als "Traumstrände" bezeichneten Naturstrände pilgert, ist der Alptraum eigentlich schon vorprogrammiert. Massen und Geschäftemacherei vermiesen einem ganz schön schnell den Spaß vom netten erholsamen Strandurlaub. So kamen wir denn auch erst nach und nach auf den Dreh, dass es auf Mallorca eher die kleineren Strände und Buchten sind, an denen man nicht gleich Handtuch an Handtuch gequetscht, die Sonnencreme vom Nachbarn riecht.
Da wir unseren Urlaub in Porto Petro, einem kleinen Hafenstädtchen an der Ostküste südlich der Cala d'Or verbrachten, konzentrieren sich unsere Erfahrungsberichte auch vorwiegend auf die Strände und Küstenstorte von Mallorcas Osten. Die einzelnen Strände beschreiben wir ihrem Verlauf von Nord nach Süd, beginnend mit Cala Ratjada, Cala Millor, Sa Coma und S'Illot, Porto Cristo, Porto Colom, Cala Mondrago und bereits weiter in Richtung Südwesten das Städtchen Colonia de Sant Jordi und die Platja Es Trenc.
Die Cala Ratjada - Halbinsel mit vielen Stränden
Cala Ratjada liegt am nördlichen Zipfel von Mallorcas Osten auf einer Halbinsel, deren äußerster Punkt das Cap de Capdepera bildet. Dadurch, dass Cala Ratjada gleich mit mehreren, auch größeren Stränden aufwarten kann, kann man den Ort schon als typischen Badeort bezeichnen. Überall Hotels, soweit das Auge reicht und deutsche Einkaufsmärkte in jeder Straße.
Die Platja son Moll ist kein ewig breiter Strandabschnitt, sondern eher ein weites nach hinten laufendes Oval. Wenn man also Pech hat und in Handtuchreihe 12 liegt, hat man einige Meter bis ins Wasser zu passieren. Dafür wirkte das Wasser sehr klar und der Strand sehr gepflegt. Er ist zwar nicht ganz so flach abfallend, wie wir das von anderen gewöhnt waren, aber es geht auch nicht gleich riffartig in die Tiefe.
Es gibt jede Menge Kioske und die Strandwacht steht parat, aber das Panorama wirkt insgesamt eher bescheiden: Höhere Hotelbauten sind nicht gerade attraktiv, dafür umso mehr die Strandpromenade. Wenn man auf dieser weiter in Richtung Hafen läuft, kommt man bis zur Cala Gat, einer weiteren Bucht von Cala Ratjada.
Um zur Cala Gat zu gelangen, muss man nicht unbedingt an der Uferpromenade entlanglaufen auch wenn sich der Blick in die Bucht von hier aus sicher lohnt. Man gelangt auch direkt auf dem Weg in Richtung Cap de Capdepera, dem Aussichtsturm von Cala Ratjada dorthin. Die Cala Gat ist zwar eine kleine lauschige Bucht, umsäumt von Felsen und Bäumen, aber für die Massen die man hier trifft, eindeutig zu klein. Dadurch, dass direkt hinter der Bucht ein größeres Hotel steht, findet man kaum Platz, und die Leute suchen die Liegeplätze bis zum Kiosk und den Mülleimern daneben. Auch Schattenplätze sind rar gesät. Leider hatten wir zu der Zeit, in der wir da waren, nicht nur das Pech mit anderen zusammengequetscht Handtuch an Handtuch zu liegen, sondern auch noch Quallenplage. Strandwache oder Sonnenschirmverleih sahen wir nicht.
Die Cala Agulla ist ein über etwa 600 Meter ausgedehnter Dünenstrand, den man auch vom Ort aus gut zu Fuß erreichen kann. Auch wenn es hier aufgrund der vielen Hotels in der Nähe zu regem Hochbetrieb kommen kann, verteilen sich die Massen durch die Größe des Strandes sehr gut. Die Liegeplätze werden bis in die Dünen hinein genutzt und wir hatten noch das Gefühl von relativer Ruhe. Überhaupt wirkt das Panorama hier sehr weit und offen - nicht nur durch den Blick auf die begrünten Felsen im Hintergrund, sondern auch durch die Gelegenheit, sehr weit ins offene Meer hinein schwimmen zu können. Der helle Sandstrand führt weiträumig eben ins Wasser und die vielen kleinen Felsvorsprünge machen neugierig aufs Schnorcheln.
Sa Font de Sa Cala: Kleiner Nobelort mit ruhigem Strand
Sa Font de Sa Cala ist ein kleiner Strand-Ort südlich von Cala Ratjada und dem Cap de Capdepera gelegen.
Auf den ersten Blick wirkt das Örtchen ziemlich unscheinbar, fährt man jedoch am Strand entlang weiter, kommt man in ein nobles begrüntes Viertel, in dem sich Villa an Villa reiht. Entsprechend erschien uns denn auch der Strand als kleines exklusives Highlight. Zwar eher gediegen von der Größe, aber dafür sehr gepflegt und kaum was los, konnte man seinen Kaffee in der Strandbar in aller Ruhe genießen.
Cala Millor: Typischer kann man Strandurlaub kaum machen
Bereits auf der Hinfahrt nach Cala Millor sieht man von Weitem die vielen Hochhäuser der Hotelkomplexe. An jeder Ecke blinken einem die Lidl- und Sparschilder entgegen und man merkt sofort, dass es sich um einen Touristenort ohne Tradition handelt. Aber das macht auch nichts, da einem der Strand, den Cala Millor vorzuweisen hat, einfach ewig weit erscheint. Also ist es im Grunde auch egal, welche der vielen Straßen man nimmt, um zum Strand zu gelangen.
Wir bekamen jedenfalls relativ schnell einen kostenlosen Parkplatz direkt an der Straße in der Nähe zum Strand. Da die Hotelreihen nicht ganz nach vorne bis zum Strand hin gebaut sind, sondern von einer breiten Strandpromenade abgesetzt werden, hat man das Gefühl von Weite. Die Hotels kann man so eher in seiner Aufmerksamkeit in den Hintergrund verblassen lassen, auch wenn sie ganz schön wuchtig erscheinen mögen. Ob das mit den Massen auch so funktioniert, die wir hier angetroffen haben, da haben wir so eher unsere Zweifel. Zu der Zeit, in der wir da waren, hatten wir wohl eher Pech. Die Sauberkeit ließ zu Wünschen übrig, aber klar, das kann zu anderen Zeiten anders sein.
Ansonsten haben wir alles gesehen, was für den typischen Strandurlaub wichtig sein kann: Breiter langer Sandstrand, der flach ins Wasser führt, viele Schnorchler und Familien mit Kindern, Strandwache und Liegestuhlverleih.
S'Illot und Sa Coma: Günstiger Strandurlaub
S'Illot und Sa Coma sind eigentlich zwei Badeorte, die jedoch ineinander übergehen. Beide sind vom Stil her sehr ähnlich: Viele Hotels, teilweise hochhausähnliche Bettenburgen, um nicht zu sagen Absteigen, soweit das Auge reicht. Dafür aber
sicherlich sehr günstig. Also nix für Leute, die auf Ästhetik Wert legen, sondern eher was für die, die vielleicht mit der ganzen Familie den Riesenstrand zum Schnäppchenpreis suchen.
Dafür wird aber auch entsprechend viel Strand geboten. Er präsentiert sich nicht nur kilometerlang, sondern auch recht breit. Trotz der Massen gewannen wir einen noch relativ ruhigen Eindruck. Also trotz der günstigen Preise kein Ballermannpublikum, sondern eher Strandurlaub für die ganze Familie. Insgesamt hatten wir einen sehr gepflegten Eindruck und der Strand ist mit den üblichen Angeboten ausgestattet, die man von einem Ortsstrand erwarten darf. Neben Strandwache und Liegenverleih hat man entlang der Strandpromenade vielerlei Möglichkeiten für Mahlzeiten zwischendurch. Egal ob Imbissbude, Cafe oder Restaurant - für jeden ist was dabei. Toll fanden wir auch, dass wir ganz in der Nähe zum Strand - ohne langes Suchen - einen kostenlosen Parkplatz zwischen den Hotelreihen bekommen haben, die dafür aber auch bis zum Strand hin angebaut sind.
Porto Cristo: Schöner Hafenstrand mit regem Treiben
Porto Cristo kennt man vor allem durch seine in den Reiseführern viel gepriesenen Drachenhöhlen. Dementsprechend ist der Autoverkehr und der Andrang von Bussen enorm, und wenn man nach einem langen Geduldsspiel endlich einen kostenpflichtigen Parkplatz am Hafen ergattert und sich dann zu Fuß bis zum Strand heil durchgerungen hat, darf man sehr verblüfft sein. Man
sollte Porto Cristo nicht wegen seiner Höhlen, sondern wegen des schönen Strandes loben!
Wir erblickten jedenfalls einen sehr gepflegten, weit sich in die Länge ziehenden hellen Sandstrand. Das Wasser war sehr klar und man konnte weit noch flach hineingehen. Hier fühlt man sich besonders dann wohl, wenn man neben ausgiebigem Sonnenbaden zwischendurch vielleicht auch mal in einem kleinen Cafe oder Restaurant sitzen möchte oder den Kleinen noch ein paar Schwimm- und Plantschsachen in den Läden der Uferpromenade kaufen möchte. Das bietet sich vor allem dann an, wenn man keinen Schirm gemietet hat und mal ein wenig Schatten zur Abwechslung braucht, da es hier keine natürlichen Schattenspender gibt. Dafür hatten wir genügend freien Platz, uns am Strand auszubreiten.
Wer Wassersport mag, kommt hier in jedem Fall auf seine Kosten. Neben der Strandwache gab es einen dezent plazierten Kiosk, an dem man Tretboote etc. ausleihen konnte. Auch kleine Wasserrutschen waren aufgestellt, sodass die Kleinen neben Strandburgenbauen noch einiges geboten bekamen. Hatte man sie im Blick, sah man nicht nur aufs schöne Hafenbecken, sondern auch links entlang der Bucht auf den mit privaten Häusern bebauten Hang.
Porto Colom: Absolute Erholungsbucht für Individualisten
In vielen Reiseführern kann man lesen, dass Porto Colom keine Strände hätte, oder es zumindest daran mangeln würde. Gut so! Denn so bleibt die Cala Marcal noch ein kleiner Geheimtipp für ruhesuchende Strandurlauber. Diese wunderschöne kleine Strandbucht sucht tatsächlich ihresgleichen.
Um dorthin zu gelangen fährt man um das langgezogene Hafenbecken von Porto Colom herum bis man auf der anderen Seite zum Villenviertel kommt. Wir waren erstaunt, dass wir sofort einen von vielen Parkplätzen an der schattigen Straße direkt vor der Bucht bekamen. Zwar waren einige Leute da, aber eher von der Sorte 'weniger action dafür
ungestörtes Baden'. Kinder hatten ihren Spaß auf Rutschen, die im Wasser standen, und wir selbst ließen uns am Kiosk mit einem Drink und gediegener Loungemusik genüßlich in Cafe-del-Mar-Stimmung versetzen. Wollte man komplett seine Ruhe, konnte man sich auf die vielen Felsebenen oder direkt an den feinsandigen Strand legen.
Schön war auch das vielseitige Panorama, das auf den Fotos leider nicht besonders toll rüberkommt. Lag man am Strand hatte man einen weiten Blick bis raus zum gegenüberliegenen Hafenbecken von Porto Colom und schwamm man ein wenig raus, konnte man beim Zurückkommen auf die neugebauten Villen am Hang und die Wälder blicken. Es roch nach Pinien und es gab genügend Platz für Liegen, Schirme und Handtücher. Zusätzlich konnte man sich noch auf den Steinstufen rechts und links der Bucht ausbreiten. Schattenplätze gab es durch die vielen Bäume am Rand der Bucht reichlich. Das Wasser war sehr klar und weit genug flach, sodass auch viele Kinder ihren Spaß hatten. Die Toiletten machten einen gepflegten Eindruck und auch die Strandwache schien trotz ruhigen Wassers ihren Job Ernst zu nehmen.
Cala Mondrago, Cala S'Amarador & Calo d'es Burgit: Natur pur!
Der unter Naturschutz stehende Park Mondrago liegt zwischen Santanyi und Porto Petro im Südosten von Mallorca und zeichnet sich durch drei wunderschön gelegene Buchten mit feinem Sandstrand aus. Die bekannteste der Buchten ist die Cala Mondrago, die auch im Jahr 2006 die blaue Flagge aufgrund hervorragender Wasserqualität, hoher Badesicherheit und ausgewiesener Umweltschutzmaßnahmen erhielt.
Der Weg zur Cala Mondrago ist aus S'Alqueria Blanca, Santanyi oder Porto Petro bestens ausgeschildert und führt zu einem größeren kostenlosen Parkplatz oberhalb der Bucht. Wer sich für Umweltschutz und den Naturpark mit seiner Flora und Fauna interessiert, erhält in einer Hütte rechts am Weg kostenlose Broschüren und Informationsmaterial.
Zur Bucht gelangt man erst nach einem Fußweg von etwa 15 Minuten auf einer gut asphaltierten Straße, die nur die Anlieger der dort ansässigen Hotels passieren dürfen.
Die Cala Mondrago ist eine wunderschöne kleine zum Meer hin geschützte Bucht (ca. 200 m lang/70 m breit) mit herrlich blauem Wasser und feinsandigem Sandstrand, der weithin flachabfallend ins Wasser führt.
Die von Rettungsschwimmern bewachte Bucht ist ideal für Familien mit Kindern, Surfanfänger und Schnorchler. Das Panaroma besticht durch dichte Pinienwälder und Aleppokiefern und die kleinen Seegelboote, die man vom Strand aus sehen kann.
Ganz einsam und idyllisch ist es zwar nicht, vor allem auch wegen einiger weniger (durch Bäume sichtgeschützte) Hotels hier. Aber in Relation zu anderen Stränden gibt es genügend Angebote, sein Plätzchen nicht nur in der knalligen Sonne, sondern auch im Schatten zu finden. Man kann Liegen und Schirme am Strand leihen, im Restaurant essen oder sich am Kiosk fürs Picknick auf den Parkbänken und -tischen im angrenzenden Waldpark rüsten. Tische sind zahlreich vorhanden und laden durch die schattenspendenen Bäume auch für längere Zeit ein, hier zu verweilen. Kinder können schaukeln und spielen und die Toiletten machten einen angemessen gepflegten Eindruck.
Schwimmt man in der Cala Mondrago weit genug hinaus, hat man rechter Hand bald einen herrlichen Blick auf die etwas breiter gezogene Cala S`Amarador.
Um dorthin zu gelangen kann man entweder von der Cala Mondrago aus zu Fuß in etwa 10 Minuten auf dem Felsweg entlang spazieren oder parkt sein Auto direkt am dortgelegenen Parkplatz, den wir jedoch aufgrund der irreführenden Beschilderung nicht gefunden haben.
Sicherlich kann man die Cala S'Amarador guten Gewissens als eine schön gelegene Bucht bezeichnen,
mit einem sich weiterstreckenden flachen Sandstrand, umringt von Pinienwäldern. Leider erwischten wir einen ungünstigen Zeitpunkt einige Tage nach einem Unwetter, durch das enorm viel Grünzeug an Land gespült wurde. Um ins Wasser zu kommen, mußte man sich nicht nur durch einen mehrere Meter breiten getrockneten Unrat kämpfen, sondern erst noch im Wasser durch einen zähen Brei waten, bis man im klaren Wasser wieder ungestört schwimmen konnte.
Die Leute, die zur gleichen Zeit dort waren, störte das scheinbar nicht. Sowohl an Strand als auch im Wasser war reges Treiben und der Verleih für Sonnenschirme und Liegestühle konnte sich freuen. Einen Sicherheitsmann haben wir zwar nicht gesehen, dafür aber einen Kiosk für Snacks und Getränke.
Der eigentliche Geheimtip im Park Mondrago ist die kleine versteckt liegende Bucht Calo d'es Burgit, die man nur per Spaziergang durch den Wald entdeckt. Sie ist nicht extra ausgeschildert und man gelangt zu ihr über einen Weg, der erst hinter dem Rastpark in Höhe des Hotels links in den Wald hinein führt.
Wer stabile Sandalen anhat, auf Sonnenschirm- und Liegeverleih, Kiosk, Seewacht und Toiletten verzichten kann, der darf sich voller Vorfreude auf den Fußweg zur Calo des Burgit machen. Der Weg ist zwar wurzelreich und führt teilweise über steiniges Gelände aber man spürt schnell, was anders ist: Die Ruhe und Stille, die man hier erfährt. Man hört das Rauschen des Windes durch die Baumwipfel und sonst nichts.
Auch die Bucht selbst erscheint noch ganz ursprünglich. Wir trafen gerade mal 15 Leute hier an, die sich teilweise nackt auf den Felsen oder dem feinen Sandstrand sonnten. Alles wirkte sehr natürlich, unaufdringlich und vor allem sehr sauber.
Colonia de Sant Jordi: Gemütliche Strände - einfach gut!
Aus Reiseführern kennt man Colonia de Sant Jordi vor allem wegen seines berühmten Sandstrandes Es Trenc, der mit dem Auto jedoch noch einige Kilometer weiter weg liegt. Glaubt man tatsächlich, dass man unbedingt an DEN Naturstrand Es Trenc muss,
kommt man erst gar nicht auf die Idee, dass man in Colonia de Sant Jordi an dem kleinen Hafenstrand oder an der in etwa 500 Metern in Sichtweite gelegenen Platja es Carbo viel stressfreier baden kann.
Mehr als schade. Wir fotografierten jedenfalls voller Begeisterung diesen kleinen Strand, der direkt zum Hafen angrenzte. Wir parkten auf dem kostenlosen Parkplatz unmittelbar am Strand und wunderterten uns wirklich, dass
so wenig Betrieb war. Der feine Sandstrand war sauber und führte weitgehend flach ins Wasser. Auch wenn das Wasser aufgrund der geschützten Lage im Hafenbecken relativ ruhig bleiben dürfte, sorgte die Strandwache für Sicherheit.
Viele kleine Cafes und Restaurants säumen die autofreie Promenade und lassen dennoch eine ruhige gemütliche Atmosphäre entstehen, ein wenig länger zu verweilen. Neben dem üblichen Strandverleih gibt es noch einige kleine Lädchen, in denen man allerlei kaufen kann. Geht man an der Strandpromenade entlang, kommt man in Sichtweite vom Hafen aus zur Platja d'es Dolc. Wir sind zwar nicht hin, weil wir dachten, dass Es Trenc bestimmt traumhafter wäre. Wir bereuten jedoch schon bald unsere Entscheidung.
Es Trenc - (Alp)traumstrand unter teurer Vermarktung
In jedem Reiseführer über Mallorca kann man es lesen: Es Trenc sei einer der schönsten Naturstrände auf Mallorca. Zwar kein Geheimtipp mehr, aber dennoch lohnenswert. Tja - die Enttäuschung war bitterbös, und wir können nur davor warnen, dort tatsächlich baden zu wollen.
Die viel zu enge Zufahrtstraße zum Strand ist schon mal die erste Hürde, bei der man sich in Gelassenheit erüben darf für das, was einen insgesamt noch erwarten wird. Teilweise mußten wir regelrecht stoppen, damit wir mit den entgegenkommenden Autos nicht aneinanderrasselten. Der nächste Kracher war dann die kleine Warteschlange am Kassiererhäuschen. Ja, Geld wird hier mächtig abkassiert. Ganze 6 Euro zahlten wir Parkgebühren, um nachmittags am anderen Ende des leicht matschigen Parkplatzgeländes noch einen Platz zu erwischen.
Der Fußmarsch durch die Dünen zum Strand dauerte zwar nur einige Minuten, aber die vielen Leute, die hinströmten und der Müll, der zwischen den Dünen schon einige Zeit zu liegen schien, wirkten nicht gerade einladend auf uns. Der erste Eindruck, der sich uns dann am Strand bot, war ein großes Schild, auf dem die Gebühren der Liegen und Schirme aufgeschrieben stand. Das ist man ja durchaus auch von anderen Stränden schon gewöhnt. Aber hier hat man kilometerlang keine Chance, sich mit dem Handtuch irgendwohin zu legen.
Man kann erst einmal an dem schmalen Strand lange entlangwandern, und die Liege an Liege gepreßten Massen neben sich aus direkter Nähe streifen. Man darf nicht vergessen, dass einem gleichzeitig aus der Gegenrichtung immer wieder Leute entgegenkommen. Gänzlich abschreckend fanden wir die Strandmodenschau, die unter lautem Dico-Getöse vor einem größeren Restaurant-Kiosk veransteltet wurde. Wir hatten tatsächlich kurze Zweifel, ob wir hier richtig waren und nicht vielleicht irgendwo am Ballermann.
Hatten wir zwar nach kilometerlangem Marsch einen für uns passenden Fleck gefunden, an dem wir endlich unser Handtuch hinlegen konnten, so lagen wir doch dicht mit anderen zusammengedrängt da. Wer Fan von FKK ist, der darf sich hier freuen. Viele Nacktbader mischten sich unter die Leute. Man muß jedoch unbedigt aufpassen, wenn man ins Wasser geht. Die flachen Strände verlocken einen sehr, mit voller Begeisterung ins Wasser zu laufen. Es gibt hier jedoch viele Löcher und felsige Steine, an denen man sich gerne aufreiben kann.
Hat man genug vom Baden, sollte man in jedem Fall den langen Rückweg mit einkalkulieren. Wieder an den Liegen vorbei, geht man in Horden die engen Wege durch die Dünen wieder zurück zum Parkplatz. In den Gesichtern der Leute konnte man Enttäuschung und Entnervung sichtlich erkennen. Erst im Nachhinein haben wir gelesen, dass Es Trenc im Jahr 2006 keine blaue Flagge verliehen bekam. Wir wundern uns nicht.
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