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Schloss Schönbrunn: Ehemalige Kaiserresidenz

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Schloss Schönbrunn gehört in jedem Fall zu den Besucherhighlights, wenn man Wien noch nicht gesehen hat. Das Schloss erfüllt in der Kombination mit Parkanlage und den vielen Erlebniswelten gleich mehrere touristische Bedürfnisse in einem. Als Original-Schauplatz kaiserlichen Lebens.

Allgemeines zum Besuch von Schönbrunn

Als wir Schloss Schönbrunn besichtigten, waren wir von der Größe des Schlosses und den Dimensionen, in denen sich der Schlosspark mit seinen einzelnen kleineren Gaerten und botanischen Häusern erstreckte sehr beeindruckt. Hin kommt man sehr leicht, da man für Schloss Schönbrunn bei allen öffentlichenVerkehrsmitteln sowohl per Bus, U-Bahn als auch per Straßenbahn an der gleichnamigen Haltestelle aussteigt. Der Fußweg von der U-Bahn dauert etwa 10 Minuten bis zum Schloss. Man sollte jedoch im Vorfeld bedenken, dass man für Schloss Schönbrunn, je nachdem wieviel man sehen möchte, schon einige Stunden an Zeit einplanen sollte.

Das Gelb der Vorderseite von Schloss Schönbrunn ist bei bewölktem Wetter nicht so strahlend.

Neben den Raeumlichkeiten im Schloss kann man innerhalb des Parks diverse Sehenswürdigkeiten anschaun. Innerhalb des riesig großen Schlossparks gibt es nochmal kleinere Gärten und Häuser mit speziellen Erlebniswelten. So gibt es zum Beispiel neben dem Tiergarten noch einen Botanischen Garten, neben einem Wüstenhaus noch ein Palmenhaus und einen Irrgarten mit Labyrinth. Auch wenn man nicht vorhat, gleich alles anzuschaun, so empfiehlt es sich in jedem Fall, mit bequemen Schuhen losziehen, da die Distanzen innerhalb des ganzen Geländes sehr weit auseinanderreichen; Wir entschlossen uns zu Beginn, erst mal das Innere von Schloss Schönbrunn zu besichtigen.

Etwas zur Geschichte von Schloss Schönbrunn

Man staunt schon nicht schlecht, wenn man im Vorfeld vor seiner Besichtigung erfährt, dass das gesamte Schloss Schönbrunn mit seiner Parkanlage und den einzelnen Sehenswürdigkeiten seit dem Jahre 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Die im besten Zustand erhaltene und sehr gepflegte Schloss-Anlage mit ihrer gesamten Geschichte ragt also weit über die Bedeutung eines kulturellen Denkmals Österreichischer Historie hinaus.

Zeitlicher Ursprung von Schloss Schönbrunn reicht mit den auf diesem Platz stehenden Bauten bis ins Mittelalter zurück. Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erwarb Kaiser Maximilan II. das Gelände aus klösterlichem Besitz und nutzte es neben der Zucht von einheimischen und exotischen Wild- und Vogelarten als Jagdrevier. Der eigentliche Name Schönbrunn entstand im Zusammenhang mit einer Quelle, die der Sohn des Kaisers einige Zeit später auf dem Grundstück entdeckt haben soll. Der um diese Quelle erbaute Brunnen erhielt den Namen Schönbrunn. Das gesamte Anwesen wurde vornehmlich als Jagdresidenz genutzt, bis etwa um das Jahr 1642 dort ein Lustschloss erbaut wurde, das erstmals den Namen Schönbrunn erhalten sollte.

Bei Sonnenschein erstrahlt die Rückseite von Schloss Schönbrunn in vollem Glanz

Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand durch Leopold I. die Umsetzung eines Schlosses; Er gab dem berühmten Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach die Plaene für eine Sommerresidenz in Auftrag; Auch wenn ein erster visionärer Vorschlag zu Schloss Schönbrunn ein wenig zu spektakulär ausfiel, so konnte 1696 mit den Bauarbeiten begonnen werden, die die durch die Tuerkenbelagerung teilweise zerstörten Grundmauern des ursprünglich dort stehenden Lustschlosses miteinbezogen.

Erst in der Regierungszeit von Maria Theresia kamen die Bauarbeiten der Schlossanlage in den Jahren 1742/43 wieder in Schwung, die bis dahin nur teilweise fertiggestellt war. Maria Theresia ließ die Schlossanlage umbauen und vergrößern, sodass sie nun nicht nur für private, sondern auch für repräsentative Zwecke an besonderer politischer Bedeutung gewann. Jetzt sollte Schloss Schönbrunn in etwa die Gestalt annehmen, in der wir die Anlage heute kennen, auch wenn die Fassade in Richtung zur heutigen Farbe und Verzierung erst im 18. Jahrhundert mocheinmal verändert werden sollte.

Besonders zu erwähnen ist Schönbrunn mit seinem ältesten Tiergarten der Welt, der hier im Jahre 1752 entstand. Die gesamte Gartenanlage erhielt ihre Form erst etwa 20 Jahre später. In aufwendigen Verschönerungsarbeiten wurden Blumenbeete angelegt, Brunnen gebaut und die heute auf einer Anhöhe gegenüber dem Schloss zu sehende Gloriette im Jahr 1775 fertiggestellt. 1780 konnte Maria Theresia dann schließlich noch kurz vor ihrem Tod das aufwendig gestaltete Bauwerk in seiner letzten Vollendung erleben.

Was die Besucher von Schloss Schönbrunn besonders fasziniert und interessiert sind die Gemächer des Kaiserpaares Franz Joseph und Sisi, das in der gegenwärtigen Zeit fast schon jeder wenigstens durch die allweihnachtlich wiederholten Sisi-Filme kennt. Als Franz Joseph im Jahr 1830 in Schloss Schönbrunn geboren wurde, bewohnten seine Eltern den Ostflügel des Schlosses, sodass er in späteren Jahren im Westflügel Quartier bezog. Schloss Schönbrunn, das Zeit seines Lebens als sein Lieblingswohnsitz galt, wurde mit der Thronbesteigung im Jahre 1848 gleichzeitig auch wichtige politische Begegnungsstätte für kaiserliche Audienzen. Nach der Hochzeit bezog schließlich auch Kaiserin Sisi ab 1854 eigene Gemächer im Westflügel des Schlosses.

Besichtigung von Schloss Schönbrunn

Wer Schloss Schönbrunn besichtigen möchte, der wählt zwischen zwei verschiedenen Touren. Beide beginnen jeweils im Westflügel des Schlosses, beinhalten jedoch unterschiedlich viele Zimmer. Die sogenannte Imperial-Tour, für die wir uns im Herbst 2007 entschieden, beinhaltet insgesamt 26 Zimmer, davon 22 Prunkräume, und endet im mittleren Trakt des Schlosses. Die sogenannte Grand-Tour führt von hier aus noch weiter, und man kann insgesamt 40 Räume besichtigen. Für alle Touren kann man sich Kopfhörer ausleihen, wenn man die Informationen zu den einzelnen Räumen nicht in der kostenlos erhaltenen Infobroschüre nachlesen möchte.

Vom Schloss aus hat man einen weiten Blick in den schön angelegten Schlosspark und die gegenüberliegende Gloriette.

Auch wenn viele Leute zur Besichtigung unterwegs waren, so verliefen sich die Massen einigermaßen in den teilweise riesigen Zimmern. Die Platznot hielt sich also noch relativ in Grenzen und war kein Vergleich zum Beispiel zum Sisi Museum, in dem man sich durch die engen Gänge teilweise schon regelrecht durchquetschen musste.

Schönbrunn

Die Besichtigung der einzelnen Zimmer begann im ersten Stock mit dem sogenannten Gardezimmer, in dem sich die Leibwache Kaiser Franz Josephs aufhielt. Bevor man zu seinen privaten Gemächern kam, durchlief man erst ein Audienznehmer mit Wartezimmer. Schreib- und Schlafzimmer des Kaisers waren relativ prunklos und schlicht. Die Gemächer liegen alle hintereinander, sodass man der Reihe nach dann ins gemeinsame Schlafzimmer des Kaiserpaares kam, an das sich die Räume von Kaiserin Elisabeth anschlossen. Die folgenden Zimmer dienten als Speisezimmer oder waren Repräsentationszimmer mit schönem Ausblick auf den Schlossgarten.

Erst auf dem Hügel entdeckt man einen kleinen angelegten Teich vor der Gloriette.

Das eigentlich tolle an dieser Besichtigung ist die Kombination, bei der eine herrschaftlich beeindruckende Architektur, zeitgenössisches Mobiliar und Interieur vor einer faszinierenden Kulisse mit Blick auf den Schlossgarten die nicht minder beeindruckende Geschichte der österreichischen Kaisergeschichte genau jetzt in diesem Augenblick, in dem man dort ist, wieder lebendig zu machen scheint. Sehr beeindruckend war die Kleine bzw. Große Galerie. Hier fanden jeweils private und offizielle Festlichkeiten der Kaiserfamilie statt. In der 40 Meter langen und fast 10 Meter breiten Großen Galerie, die der Länge nach auf der einen Seite von einer großen Fensterfront und auf der anderen Seite ganz von Spiegeln gesäumt war, konnte man hautnah ein Hauch von Sisis Prunkballzeiten nacherleben. Hätte hier noch ein Wiener Walzer gespielt, dann wäre die festliche Atmosphäre der Großen Galerie perfekt inszeniert worden.

Wir können leider nicht beurteilen, ob sich die Räume der Grand Tou', die durch das gesamte Schloss führt, sich so sehr von denen unterscheiden, die wir in unserer Imperial Tour gesehen haben. Um einen Eindruck der räumlichen Atmosphäre und einen Einblick in die höfische Lebensweise von Kaiser Franz Josephs I. und Kaiserin Sisis zu erhalten reichte uns die kleinere Tour in jedem Fall, vor allem vor dem Hintergrund, dass wir noch ein wenig im Schlossgarten spazieren wollten und der gesamte Ausflug mit Besichtigung von Palmenhaus, Wüstenhaus etc. noch anstrengend genug werden sollte. Wie bereits eingangs erwähnt, lohnt es sich unbedingt im Vorfeld schon, sich einen Überblick über das Angebot um Schloss Schönbrunn zu verschaffen und seine Ziele entsprechend einzugrenzen, sonst wird es besonders mit Kindern entsprechend anstrengend.

Der Schlosspark

Wenn man durch die angepflanzten Blumenbeete des Parks läuft, ahnt man erst mal gar nicht, dass sich das gesamte Gelände des Schlossparks in seiner Ausdehnung in Länge und Breite über jeweils fast einen Kilometer erstreckt. Der Blick auf die Rückseite von Schloss Schönbrunn und die vor einem auf einem kleinen Berg thronende Gloriette wirken mehr als imposant. So führte uns unser Weg auch erst einmal hinauf die Anhoehe, die von unten wie ein kleiner Hügel aussieht, die es beim Hochspazieren aber ganz schön in sich hatte.

Überall im Schlosspark von Schönbrunn findet man schön gepflegte Wege mit Brunnen oder Bänken zum Ausruhen.

Unser Blick fiel auf weit angelegte Grünflächen und reich verzierte Brunnenanlagen. Doch jedesmal, wenn wir ein Foto machen wollten, waren jede Menge Leute im Blickfeld. Es schien so, als ob viele Besucher die kleinen verzweigten Wege zur Gloriette hinaufpilgern würden. So waren wir auch nicht sehr überrascht, als wir in dem kleinen Café, das in der Gloriette mit vielen Aussichtsfenstern eine verlockende Rastgelegenheit zu bieten schien, keinen Platz mehr bekamen. Die Sitzplätze waren jedoch sehr dicht aneinandergedrängt und die nicht vorhandene Gemütlichkeit in dem übervollen Raum, in dem alle paar Minuten die Tür aufging und sich die Leute für ein paar Meter hineinwagten, um nach einem Sitzplatz Ausschau zu halten, wirkte nicht gerade einladend.

Es gab jedoch vor dem Café genügend Bänke, von denen aus wir einen Blick hinunter auf Schloss Schönbrunn werfen konnten. Leider fiel dieser Blick auf die geometrisch angelegten Blumenbeete zu unserer Zeit im Herbst ein wenig trist aus und der Wind auf dem von allen Seiten frei stehenden Hügel blies uns ganz schön heftig kalt um die Ohren; Nur schwer konnten wir uns unter diesen Bedingungen die imposante Farbenpracht ausmalen, die sich hier wohl im Sommer zeigen mochte. Es lohnt sich bestimmt, Schloss Schönbrunn im Sommer zu besichtigen, wenn alles blüht, dann muss man jedoch sicher mit entsprechend vielen Besuchern mehr rechnen, als es zu unserer Zeit im Herbst schon waren.

Das Palmenhaus

Von der Gloriette sind wir erst einmal wieder den kleinen Berg runter spaziert, um den östlichen Teil des Parks entlangzuschlendern. Die Wege sind sehr gepflegt angelegt, und zwischendurch begegneten uns hi und da mal ein paar Jogger, die sich von den touristischen Besuchermassen scheinbar nicht abgeschreckt fühlten. Das Palmenhaus mit seiner Eisenkonstruktion aus den Jahren 1820/21 mutet für die damalige Zeit sehr futuristisch an, bildet jedoch mit den ringsherum überall in Form geschnittenen Bäumen und Sträuchern eine ganz eigentümliche Kulisse. Man darf sich vom Innern des Palmenhauses keine allzugroßen Hoffnungen machen. Zwar können auf 113 Metern Länge schon einige Pflanzen zusammen kommen, aber mit großen Palmengärten ist dieses hier nicht zu vergleichen.

Die Glaskonstruktion des Palmenhauses bietet einen futuristischen Kontrast zu Schloss Schönbrunn.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Klimazonen, die man durchstöbern kann. Beim Reinkommen muteten die vielen kleinen Zierkürbisse etwas seltsam an, da ich eigentlich mit großen üppigen Pflanzen gerechnet hatte. Die haben wir dann im tropischen Teil des Palmenhauses gesehen. Hier musste man erst mal aufpassen, dass einem die Kamera nicht beschlägt. Immerhin können die Palmen hier in eine stattliche Höhe von 28 Metern wachsen, bis sie die Decke berühren.

Im tropischen Teil des Palmengartens gedeihen üppige großblättrige Grünpflanzen durch das feucht-warme Klima.

In den anderen beiden Bereichen, die Pflanzen aus jeweils mittleren und kälteren Zonen zeigten, waren auch viele Blütenpflanzen zu sehen, wie sie mich an heimische Gartenpflanzen erinnerten. Wer das Palmenhaus von Schloss Schönbrunn besichtigt, der sollte darauf gefasst sein, keine besonders originellen Exoten zu sehen. Wer wenig Gelegenheit hat, im Urlaub exotischere Pflanzen zu sehen oder einfach zu seinem Spaziergang durch den Schlosspark etwas anderes sehen mag, der hat hier eine kleine Abwechslung. Für mein Empfinden ist diese Awechslung jedoch wirklich nur sehr klein, und wer ein wenig Geld sparen möchte bei den vielen Eintrittspreisen, der darf hier getrost verzichten.

Das Wüstenhaus

Entsprechend ähnlich wie im Palmenhaus erging es mir zunächst im direkt gegenüberliegenden Wüstenhaus. Die Pflanzenwelt mit den vielen verschiedenen Kakteen ist sicher eindrucksvoll, wenn man wenig Gelegenheit hat so etwas zu sehen. Wenn man jedoch bedenkt, dass Kaiser Franz Joseph I. dieses letztlich im Jahre 1904 fertiggestellte Glashaus in Auftrag gab, damit Pflanzen u.a. aus Australien und Afrika eine gute Chance zum Gedeihen hatten, dann gewinnt dieses Haus etwas Interessantes. Heute kann man unterirdisch über Gänge mit Glaseinsätzen und oberirdisch auf festangelegten Wegen Pflanzen und Tiere aus drei verschiedenen Trockenregionen besichtigen. Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Vögel haben wir jedoch nur eine einzige kleine Maus gesehen; die anderen Tiere waren entweder gut versteckt oder gar nicht da.

Die Vegetation im Wüstenhaus besteht hauptsächlich aus Kakteen.

Während wir uns für das Palmenhaus noch gut eine halbe Stunde Zeit nahmen, reichten für das Wüstenhaus gerade mal 10-15 Minuten. Das war sein Geld nicht wert. Immerhin eine willkommene Gelegenheit, mal auf die Toilette zu gehen bei den langen Spaziergängen im Schlosspark.

Labyrinth und Irrgarten

So wie wir den Irrgarten in der heutigen Zeit besichtigen können, existiert er erst seit dem Jahre 1998. Auf einer Fläche von insgesamt über 1700m² wurde versucht, die ursprüngliche Architektur, wie sie zwischen den Jahren 1698 und 1740 gestaltet wurde, nachzuempfinden. Letztlich ist es ein kleiner Gag, den mit hohen Hecken umgebenen Raum zu erkunden. Hier entsteht auch wieder die Frage, ob man sich bei seinem in Wien eh schon sehr belasteten Geldbeutel nicht ein paar Euro sparen möchte, da ein zusätzliches Eintrittsgeld verlangt wird.

Das Labyrinth ist da schon eher was für sportlich Ambitionierte und Entdeckerfreunde. Mit seinen insgesamt etwa 2700m² ist es noch mal größer als der Irrgarten angelegt und weist auch mehr Möglichkeiten auf, die ganze Familie zu unterhalten. Falls einem nicht schon zu sehr die Füße wehtun, gilt es hier Tast-, Kletter- und mathematische Knobelspiele zu lösen.

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