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Tour an die Westküste von Rhodos

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Die Ostküste von Rhodos ist das Ferien- und Badeparadies von Rhodos. Sie ist jedoch auch relativ kahl und an vielen Stellen flach. Die Westküste dagegen ist eine an vielen Stellen wildromantische Landschaft mit schroffen Bergen und oftmals viel Wald. Nicht direkt an der Küste aber im westlichen Teil der Insel befinden sich auch die höchsten Berge von Rhodos. Ferienanlagen sind hier rarer als im Osten. Je weiter man sich von Rhodos-Stadt entfernt, desto weniger gibt es.

Touristisch hat die Westküste und ihre Umgebung aber ausgesprochen viel zu bieten. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten dieser Gegend zählen das Tal der Schmetterlinge, die Ausgrabungen von Kamirós und die Kastelle von Monólithos und Kritiniá. Auch einige Badestrände sind hier vorhanden, wobei diese meist nur wenige Besucher zählen.

Die Ausgrabungen von Kamiros

Die Stadt Kamiros ist schon lange nicht mehr bewohnt. Lediglich in der Antike lebten hier Menschen. Zu dieser Zeit war Kamiros eine der drei rhodischen Städte, allerdings erreichte sie nie die Bedeutung von Lindos oder Ialýssos. Im 8. Jahrhundert v. Chr. sollen Dorer die Stadt gegründet haben. Schon beim Erdbeben von 227 v. Chr. - das auch den Koloss von Rhodos zerstörte – erlitt die Stadt erhebliche Schäden. Ein weiteres Beben 80 Jahre später löschte die Stadt endgültig aus, es blieben nur Ruinen. Menschen lebten seitdem nicht mehr hier.

Rhodos Rhodos

Heute herrscht in den Ruinen der Stadt reges Leben, doch nur zeitweise, wenn die Ströme der Touristen ankommen und Kamiros besichtigen. Wir waren bei unserem Besuch ungemein beeindruckt. Zwar sind in Kamiros wirklich nur Reste der einstigen Bebauung zu sehen, doch die zeigen sehr eindringlich die Größe der damaligen Stadt und die Baukunst der Baumeister der Antike. Mindestens ein bis zwei Stunden sollte man sich schon Zeit nehmen, um die ehemalige Stadt eingehend zu erkunden.

Rhodos Rhodos

Gleich hinter dem heutigen Eingang mit dem Kassenhaus befindet sich eine große Terrasse mit den Resten des Apollon-Tempels, von dem noch mehrere Säulen zu sehen sind. Daneben ist noch ein weiterer Platz, der früher der Zeremonialbezirk des Tempels gewesen sein soll. Hier standen auch zahlreiche Büsten verdienter Bürger der Stadt. Am Platz der Altäre sollen dem Sonnengott Helios Opfer gebracht worden sein.

Von diesen Plätzen führt eine breite Prozessionsstraße hinauf zur Kuppe des Hügels. Links und rechts der Straße erstreckten sich die Wohnviertel von Kamiros mit ihren schmalen Gassen. Die sind noch gut zu erkennen, von den Wohnbauten blieben aber nur hüfthohe Mauern. Auf der Kuppe des Hügels angekommen bot sich uns ein fantastischer Blick über die Ruinen der Stadt bis hinunter zum Meer. Vom Athena-Tempel - einem prächtigen Bau mit einer 200 Meter langen Säulenhalle - der auf der Kuppe stand, blieb leider nichts übrig. Der Weg hinauf lohnte aber auf jeden Fall, denn der Ausblick war einfach toll.

Das Kastell von Kritiniá

Der Ort Kritiniá zählt nicht gerade zu den gefragtesten Zielen der Touristen, im Gegenteil, er hüllt sich die meiste Zeit in eine himmlische Ruhe. Ehrlich gesagt gibt es hier auch nicht viel zu entdecken, es ist ein hübsches Dorf, aber ohne Höhepunkte. Das Interessanteste ist sicher die Geschichte zur Entstehung des Ortsnamens. Der soll sich nämlich von der Insel Kreta ableiten. Der Enkel des legendären Königs Minos von Kriti – der griechischen Bezeichnung für die Insel – soll der Legende nach hier gelandet sein.

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Anders sieht es da am wenige Kilometer entfernten Kastéllos Kritiniá aus. Die Ruine der Johanniter-Burg gilt als eine der am besten erhaltenen und auch schönsten von Rhodos. Sie steht eindrucksvoll auf einem markanten Felsen und ist schon aus weiter Entfernung von der Küstenstraße aus zu sehen. Am Fuß des steilen Hügels befindet sich ein Parkplatz. Wir hatten hier ohne weiteres Platz gefunden, in der Hochsaison kann es aber durchaus eng werden. Eine Taverne mit einem Imbiss ist ebenfalls vorhanden, so dass man sich hier auch stärken kann. Das ist auch nötig, denn zur Ruine führen steile Treppen hinauf. Doch keine Sorge, jeder der einigermaßen gut zu Fuß ist, bewältigt den Aufstieg ziemlich problemlos.

Faszinierend fanden wir den Ausblick vom Turm der Johanniter-Burg in die Umgebung mit den bewaldeten Hügeln und auf das Meer. An Tagen mit gutem Wetter kann man sogar bis zur Insel Chálki sehen. Der Bau der Festung wurde 1472 vom damaligen Großmeister des Ordens begonnen und zog sich über mehrere Jahrzehnte hin.

Sianá, das Honigdorf

Zu den gefragtesten Mitbringseln der Urlauber zählt auf Rhodos der Honig. An allen Ecken stehen Verkäufer, die Gläser mit dem süßen Bienenprodukt in den verschiedensten Varianten anbieten. Ein Dorf wird jedoch ganz speziell mit dem Honig zusammen gebracht, das „Honigdorf“ Sianá. Es gibt keine Inseltour, die hier nicht halt macht. Tagsüber ist der Ort also immer voller Touristen, ab dem spätem Nachmittag wird es jedoch bedeutend ruhiger, denn Unterkünfte gibt es hier nicht.

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Den Ruf als Honigdorf bekam Sianá durch die vielen Bienenstöcke in der engeren Umgebung und durch den ausgezeichneten Thymian-Honig, der hier produziert wird. Eine weitere Besonderheit ist der Brauch, den Neugeborenen einen Teelöffel Honig zu geben, damit sie ein „süßes“ Leben bekommen. Die Einwohner haben sich natürlich auf diesen Ruf und die Scharen der Besucher eingestellt. An der Durchgangsstraße findet man eine ganze Reihe Läden, die Honig anbieten, aber auch Olivenöl und Souma, den rhodischen Grappa.

Neben diesen Geschäften hat der Ort eine Sehenswürdigkeit, die moderne Dorfkirche. Für diesen kleinen Ort ist sie erstaunlich groß und sieht zudem sehr interessant aus. Ein Blick lohnt zu den Uhren an den Türmen, die sind nämlich aufgemalt. Man sollte sich also nicht nach der angezeigten Zeit richten. Fast alle Besucher sehen sich die Kirche auch von innen an, nicht ohne Grund, denn die Kirche ist mit modernen Fresken ausgemalt. Die entstanden in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, sind also noch ziemlich „jung“.

Das Kastell von Monólithos

Piraten waren im Mittelalter für das Errichten des Dorfes Monólithos verantwortlich. Ihre zahlreichen Überfälle vertrieben die Menschen von der Küste ein Stück ins Innere der Insel. Heute herrscht hier große Ruhe, viele der Häuser stehen leer und hauptsächlich Ältere wohnen noch im Dorf. Touristen kommen auch kaum vorbei, es gibt kaum etwas zu sehen.

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Ähnlich wie bei Kritiniá ist es ein Kastell, das Besucher anlockt. Vom Dorf fährt man knapp 3 Kilometer in Richtung Küste, um dann schon aus einiger Entfernung die Johanniter-Burg auf einem sehr markanten Felsblock zu sehen. Wir hatten unterwegs mehrmals angehalten, um den grandiosen Anblick zu genießen. Die Lage dieser Festung war gut durchdacht, denn die Burg diente als Signalstation der Johanniter. Über eine ganze Kette solcher Signalstationen unterrichteten sie sich per Feuerzeichen über wichtige Nachrichten oder das eventuelle Auftauchen von Feinden. Die Wehranlage von Monólithos stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Am wichtigsten Aussichtspunkt auf den Felsen mit der Burg herrscht meist reges Treiben. Touristenbusse und PKW halten hier, um den Insassen einen ausgiebigen Blick auf das Kastell zu bieten. Das nutzen natürlich die Händler, die hier an Ständen Honig, Olivenöl und Souvenirs verkaufen. Fährt man ein Stück weiter, kommt man zum Parkplatz unterhalb des Felsens, wo es auch eine Bar gibt. Dann heißt es, die Stufen empor zu klimmen, um auf das Plateau mit der Johanniter-Burg zu kommen. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick auf die Umgebung. Auf dem Plateau steht noch eine kleine weiß getünchte Kapelle, gewidmet dem Heiligen Panteleimonos – von dem wir allerdings noch nie vorher gehört hatten.

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Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Küste, eine Straße, die per Serpentinen ans Meer führt. Die Strände am Kap Foúrni gelten als schönste der Insel, die aber trotzdem wenig frequentiert sind. Das überraschte uns nicht, denn die Anfahrt ist schon relativ langwierig. Wer eine längere Anfahrt nicht scheut und es gern einsam haben möchte, ist hier gut aufgehoben. Zumindest in den Sommermonaten gibt es am Strand eine kleine Bar, in der die wenigen Gäste versorgt werden.

Ganz für sich allein ist man in einer der kleinen Buchten, die ein Stück abseits des Strandes verteilt sind. Allerdings braucht man für den Zugang schon gute Kletterkünste und manche sind praktisch gar nicht zu erreichen. Klettern konnten wir auch auf den Felsen der Landzunge. Dieser Weg ist aber zumindest für jeden einigermaßen beweglichen Menschen machbar. Belohnt wurden wir mit fantastischen Ausblicken auf die Landschaft. Hier gibt es auch mehrere Höhlen, auf die Schilder hinweisen. Früher wurden sie für religiöse Zwecke genutzt. Ehrlich gesagt waren wir jedoch etwas enttäuscht, denn heute ist nicht mehr viel zu entdecken. Wir hatten jedenfalls nur einige Löcher in den Felsen vorgefunden.

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