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Allgemeine Informationen über den Gardasee
Schon oft hatten wir uns vorgenommen, von München aus einfach mal schnell an den Gardasee zu starten. Meist sind wir dann aber nicht weiter als bis zu einem unserer Lieblingsseen in der näheren Umgebung gekommen. Und was sollte der Gardasee unseren Bergseen wie dem Schliersee, Spitzingsee oder Starnberger See so wirklich voraus haben? Im August 2007, einem ziemlich verregneten Sommer, war definitiv Schluss mit unserer Haltung aus Bequemlichkeit und Ignoranz. Wir wollten Sonne! Und zwar sofort. Fliegen kam für 5 Tage nicht in Frage, und so planten wir kurzer Hand von einem Tag auf den anderen unseren Kurztrip an Italiens Gardasee.
Frühzeitig buchen - oder Kompromisse in Kauf nehmen
Dummerweise hatten wir nicht bedacht, dass bei dieser Wetterlage im gesamten süddeutschen Raum auch andere auf die Idee kommen könnten, im fast benachbarten Italien ein wenig Sonne zu tanken. So erwischte ich gerade noch den letzten Gardasee-Reiseführer im Buchladen um die Ecke, und versuchte das teils mitleidige teils sehr skeptische Lächeln der Verkäuferin zu ignorieren, als ich was von 'morgen weg und noch nicht gebucht' murmelte. Sie sollte es jedenfalls nicht schaffen, meinen hektisch getönten Optimismus ins Wanken zu bringen. Der ging bei der Telefoniererei mit den italienischen Hotels von ganz alleine baden.
Am Gardasee herrschte Hochsaison, und er schien einfach ausgebucht zu sein. Zumindest waren die Hotels ausgebucht, die wir auf Anhieb im Internet ansprechend fanden. Aber vielleicht waren unsere Ansprüche anfänglich auch etwas zu hoch gesteckt. Da wir den Gardasee nicht erst groß umrunden wollten, wollten wir ein Hotel in der nördlichen Region des Gardasees, direkter Strandlage, dennoch zentral gelegen, Zimmer mit Seeblick, vielleicht ein bißchen Fittness, einen schönen Pool und natürlich leckeres Essen. Erst bei einem weiteren Durchgang mit mehr Kompromissen hörten wir dann öfter, dass zwar noch Zimmer frei seien, wir uns aber auf einen Zimmerumzug einstellen müssten. Glücklicherweise bekamen wir dann doch noch ein Doppelzimmer im nordwestlichen Limone, ohne Umzug und fast direktem Blick auf den Gardasee.
Das wäre auch schon die Vorwarnung an alle, die kurzfristig starten wollen: Manche Orte am Gardasee sind meist schon im Frühjahr für die Sommermonate ausgebucht. Dann heißt es Glück haben, oder zumindest nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Kurzfristig kann immernoch jemand abspringen, im schlimmsten Fall muss man sich auf ein paar Kompromisse einstellen. Wir haben jedoch für uns festgestellt, dass wir am Gardasee nicht unbedingt ein Hotel mit unmittelbarer Strandlage brauchen. Für Familien mit Kindern ist das sicher toll, aber wer mit dem Auto unterwegs ist, kann ganz unkompliziert auch an den öffentlichen Strandabschnitten baden, die meist sehr gut gepflegt und nicht allzu überlaufen sind.
Anfahrt zum Gardasee
Wir starteten von Unterhaching mit dem Auto mitten in den Sommerferien an einem Dienstagmorgen um 10 Uhr und kamen nach 2 kuzen Pausen und ohne großen Stau nach etwa 4 Stunden in Limone an. Dieses Zeitverhältnis dürfte sich wohl im guten Durchschnitt bewegen. Anders sah es mit unserer Rückreise samstags aus, als wir erst nach 15 Uhr loskamen und gleich mal 2 Stunden im Stau standen. Wer sich einigen Stress ersparen will, der umgeht den Zimmerwechsel am Samstag, oder fährt schon sehr früh in der Nacht los. Die Stauschlangen am Samstag in Fahrtrichtung zum Gardasee reichten zurück bis nach???.
Die Fahrt an sich ist wunderschön. Erst mal sieht man auf der Fahrt in Richtung Innsbruck die Berge nur von Weitem, die einem immer näher zu kommen scheinen, je weiter man nach Österreich reinfährt. So macht es denn auch nicht allzu viel aus, wenn man die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Österreich einhalten muss. Es ist jedenfalls besser bei ruhiger Fahrt das Panorama zu bewundern als bei überhöhter Geschwindigkeit geblitzt zu werden - denn das wird teuer. Österreichs Autobahnen sind sowieso schon gebührenpflichtig, und da wäre es ärgerlich, zur Vignette noch was drauf zahlen zu müssen. Die in Österreich Pickerl genannte Vignette gibt es für unterschiedliche Aufenthaltszeiten an allen grenznahen Tankstellen zu kaufen.
Glücklicherweise hatten wir an einer der Raststätten noch nützliche Tipps für die Weiterfahrt nach Italien bekommen. Denn nicht nur die Europa-Brücke als Auffahrt zum Brenner muss man zusätzlich noch extra zahlen, sondern auch die Maut für Italiens Autobahn zum Gardasee. Diese konnten wir jedoch an der Tankstelle schon ganz bequem im Vorfeld für unser Autokennzeichen entrichten, und so ohne Verzögerung an der Video-Maut-Stelle durchfahren. Das hat sich insofern gelohnt, weil an den normalen Mautstellen längere Autoschlangen warteten.
Auch wenn jeder Österreich- und Italienurlauber sicherlich schon weiß, dass man auch bei Tag wenigstens mit Abblendlicht fahren muss, war das für uns neu. Also: Wenn einem aus Richtung Italien und Österreich Autos mit Licht entgegen kommen, heißt das nicht, dass schlechtes Wetter in dieser Richtung auf einen wartet, sondern Licht auch bei Tag auf Italiens Straßen vorgeschrieben ist.
Einige Zahlen und Fakten zum Gardasee
Mit etwa 370km² zählt der Gardasee zu den größten Seen Italiens. Er erstreckt sich von Nord nach Süd über eine Länge von etwa 52 km und von West nach Ost in einer Breite von 4 km im Norden und 17 km im Süden. Will man den Gardasee umrunden, sind es vom Umfang her 160 km. Auch wenn die umliegenden Gebirgszüge bis über 2100 Meter ansteigen, liegt der Gardasee gerade mal bei 65 Metern über dem Meeresspiegel.
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